Philosophie des „Sinnes von Sinn“
Franz Fischer kommt aus der Schulrichtung des transzendentalen Idealismus an der Wiener Universität, wie sie von Robert Reininger begründet und von Erich Heintel fortgeführt worden ist. [...] Bereits als 25jähriger stellt er in einem Referat Sinn und Wirklichkeit im Seminar von Erich Heintel die Konturen seiner eigenen Konzeption dieser Richtung vor, deren kritische Grundlegung er in seiner Dissertation Systematische Untersuchungen zum Affinitätsproblem (1956) in Anknüpfung und zugleich Abgrenzung von Kant, Hegel und Schelling entwickelt und deren volle Systematik er in Das Freiheitsproblem als System des Sinnes von Sinn Mitte der 50er Jahre ausarbeitet. [...]. Das Ergebnis dieser Philosophie des Sinnes von Sinn ist nicht wie bei Hegel ein absolutes Wissen, das zugleich Selbsterkenntnis Gottes ist, sondern - eher Schelling vergleichbar - die Erschließung von Sinnhorizonten, in deren Anspruch wir als Fragende und Begreifende gestellt sind, nicht etwa in Auslegung eines bloß vorausliegenden Seins, sondern in Erschließung eines unserem praktischen Menschsein aufgegebenen Sinnes, getragen im letzten vom absoluten Sinn als dem sich aus sich selbst offenbarenden Logos.
Wolfdietrich Schmied-Kowarzik
Downloads zum Thema
Sinnreflexion - Gewissen - Bildungssinn - Gegenseitigkeit
W. Schmied-Kowarzik
W. Schmied-Kowarzik, Philosoph und Nachlaßverwalter der Schriften Franz Fischers, stellt in diesem Referat, das er 1999 bei der Franz-Fischer-Tagung in Wien hielt, gut verständlich das Lebenswerk Franz Fischers in den Hauptzügen dar.
Erstausgabe im A. Henn Verlag, 1980
© Franz-Fischer-Gesellschaft 2007-2012. Alle Texte auf dieser Homepage, wenn nicht anders vermerkt, von Anne Fischer-Buck.