Leben und Werk
Reine Philosophie
In Franz Fischers Schriften finden sich keine Hinweise auf seine Lebenserfahrungen, es ging ihm immer um die „reine Philosophie“, die die Anstrengung des Begriffes auf sich nimmt, um allgemein-gültige Erkenntnisse zu gewinnen. Das gilt auch für eine Philosophie, die nach dem Sinn des Menschseins sucht.
Aus dem Sinn des Seins ergeben sich die Grenzen seiner strengen Gedankenführung. Es sind die Grenzen zwischen Wissenschaft und Leben. Er findet aber für beides, für Leben und Wissenschaft einen übergeordneten Begriff, der kein Begriff ist, weil er auch das umschließt, was wir nicht begreifen können: „Wirklichkeit“. „Wirklichkeit“ müssen wir immer als „Gemeintes“ voraussetzen, ob wir wollen oder nicht, ob wir sie beweisen können oder nicht. Was sollen wir sonst erforschen?
Grenzen und Grenzüberschreitungen
Im Hinblick auf diese „Wirklichkeit“ werden die Grenzen nicht aufgehoben, aber durchlässig. Es ist der lebendige, individuelle Mensch, der forscht. Und es sind die Ergebnisse seiner Forschung, die ins Leben hineinwirken und Handeln beeinflussen. Und die Fragen, die sich dann einstellen, bestimmen wieder das Forschen.
Daher beginnt Franz Fischer seine Texte zumeist mit dem Hinweis auf die vorwissenschaftliche Erfahrung von „einem jeden von uns“, und er endet nach seinen logischen Denkoperationen, die durch Wissen und Gewissen hindurchführen, mit der unausweichlichen sinntheoretischen Konsequenz der Entscheidung für ein verantwortliches Handeln. Dieser Durchgang hebt die Grenzen nicht auf, aber sie werden überschritten - Transzendenz zum anderen Menschen und zuletzt zu dem, was wir mit „Gott“ meinen.
Vorerfahrungen Franz Fischers
Wegen des letzten Zusammenhanges von Leben und Wissenschaft scheint es aufschlussreich, Vorerfahrungen und Konsequenzen im Leben Franz Fischers zu betrachten; das gilt besonders für die Übertragung philosophischer Ergebnisse in die Erziehungswissenschaft, für die das Handeln von ihrer Aufgabe her konstituierend ist.
In der Biographie ist die ursprüngliche Erfahrung vom Sinn der (Land-) Wirtschaft, Leben zu erhalten, sicher nicht ohne Einfluß auf die Philosophie gewesen. Aber auch das andere Erlebnis muß zum Fragen geführt haben: die mehrfach erlebte Existenzbedrohung und die Art ihrer Überwindung.
© Franz-Fischer-Gesellschaft 2007-2012. Alle Texte auf dieser Homepage, wenn nicht anders vermerkt, von Anne Fischer-Buck.