Leben, 1929 bis 1970
- 1929 — geboren in Neunkirchen, Niederösterreich.
- bis 1945 — Kindheit und Jugend in bäuerlichen Verhältnissen, zuerst in Österreich, dann im südmährischen Weinbaugebiet.
- 1945 — Vertreibung; danach Externistenabitur in Wien.
- nach 1945 — Studium in Wien: zunächst Landwirtschaft, dann Philosophie, Germanistik und Geschichte. Enger Schülerkreis um Erich Heintel; Auseinandersetzung mit Robert Reininger, dem Wiener Kreis, der Dialogphilosophie, dem Sozialismus und der evangelischen Theologie.
- 1950 — Fischer beginnt, sich einen eigenen Ausgangspunkt zu erarbeiten, indem er sich der Überlieferung von der Antike bis zum Deutschen Idealismus stellt. Bis 1956 entstehen die erkenntnistheoretischen Schriften.
- 1954 — Vorstellung des eigenen Konzepts im Heintelkreis: die Theorie des Sinnes von Sinn.
- zeitweise in diesen Jahren — Tätigkeit als Bewährungshelfer für aus dem Strafvollzug entlassene Jugendliche.
- 1955 — Josef Derbolav holt ihn an das Erziehungswissenschaftliche Institut der Universität Bonn. Bis 1960 entstehen dort die Texte zur Erziehung des Gewissens und, DFG-gefördert, die Theorie der Bildungskategorien im System der Wissenschaften.
- 1956 — Heirat mit der Sozialpädagogin und Psychologin Anne Buck. Im selben Jahr die Dissertation Systematische Untersuchungen zum Affinitätsproblem.
- 1958 und 1959 — Geburt der Kinder Therese und Anton.
- 1960 bis 1970 — die Proflexionsschriften. Drei Jahre lang ein Forschungsstipendium des Evangelischen Studienwerks Villigst zum Thema Die Dialektik der Gesellschaft.
- 1962 bis 1970 — Arbeit als freier Wissenschaftler, unabhängig von der Universität, in Bonn und in Norderstedt bei Hamburg.
- 1965 — Proflexion und Reflexion erscheint in Bonn im A. Henn Verlag: der einzige Band, den Fischer selbst veröffentlicht.
- 1970 — Tod in Norderstedt im Alter von 41 Jahren. Den Nachlass verwalten auf seinen Wunsch Wolfdietrich Schmied-Kowarzik und Anne Fischer-Buck.
Der Nachlass, 1975 bis 1985
- 1975 — Band 3, Darstellung der Bildungskategorien im System der Wissenschaften, herausgegeben von Dietrich Benner und Wolfdietrich Schmied-Kowarzik.
- 1979 — Band 2, Die Erziehung des Gewissens, herausgegeben von Josef Derbolav.
- 1980 — Band 1, Die Philosophie des Sinnes von Sinn, herausgegeben von Erich Heintel.
- 1985 — Band 4, Proflexion — Logik der Menschlichkeit, herausgegeben von Michael Benedikt mit Wolfgang W. Priglinger.
Kreis, Verein, Rezeption
- 1986 — Gründung des Franz-Fischer-Kreises bei der Franz-Rosenzweig-Tagung in Kassel, aus Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern, Freunden und Verwandten.
- 27. September 1991 — in Neunkirchen wird an der Triesterstraße 58 vor dem Vogtenhof, Fischers Geburtshaus, der Meilenstein Nr. 1 gesetzt. Der Bildhauer Johannes Seidl gestaltete ihn aus Konglomeratgestein; die Stahlplatte trägt die Inschriften „Wir sind ohne uns mit dem, der ohne sich mit uns ist“ und „Ich bin, weil du bist“.
- 1994 — Ursula Cillien-Naujeck, Fischers erste Schülerin, hält fest, seine didaktische Konzeption sei zu ihrer Zeit erfolglos geblieben, und hofft auf ihr späteres Verständnis.
- 5. Mai 2007 — aus dem Kreis wird in Norderstedt die Franz-Fischer-Gesellschaft e. V. Im selben Jahr gibt Wolfdietrich Schmied-Kowarzik Proflexion und Reflexion in erweiterter Auflage neu heraus, ergänzt um Interpretationen von Thomas Altfelix, U. Börner, Anton Fischer und Anne Fischer-Buck.
- 15. und 16. Oktober 2016 — Jahrestagung der Gesellschaft an der KreaMont-Schule in St. Andrä-Wördern, zum Thema „Gewissheit — Wissen — Gewissheit: Bildung im Spannungsverhältnis von Reflexion und Anwendung“. Es ist die letzte Ankündigung, die die Homepage erreicht hat.
- 2022 — proflexion.de geht offline; die letzte Archivkopie stammt vom 6. Juli 2022.