Warum ein Glossar
Wer zum ersten Mal einen Text Franz Fischers aufschlägt, stolpert nicht über die Argumente, sondern über die Wörter. Sinn, Wirklichkeit, Gewissen, Positivität — alles vertraute Ausdrücke, die bei ihm eine genau bestimmte Stelle in einem Gedankengang besetzen und dort etwas anderes tragen als im Alltag. Ohne diese Stelle zu kennen, liest man an den Sätzen vorbei.
Zwei Wege, die schon einmal versucht wurden
Die Franz-Fischer-Gesellschaft hat das Problem früh gesehen und zwei ganz verschiedene Antworten darauf nebeneinandergestellt. Thomas Altfelix bildete mit Studierenden der Universität Potsdam eine Forschungsgruppe und sammelte zu jedem Begriff die bezeichnendsten Stellen aus dem Gesamtwerk; eine definitorische Beschreibung sollte als zweite Stufe folgen. Anne Fischer-Buck ging den umgekehrten Weg: statt zu definieren, erzählte sie erlebte Geschichten, die ahnen lassen sollten, welche Wirklichkeit ein Begriff meint.
Beide Glossare standen auf der alten Website. Im Internet Archive sind sie nicht erhalten geblieben — überliefert ist nur, dass es sie gab und wie sie angelegt waren. Die folgenden Erklärungen sind deshalb keine Rekonstruktion dieser Arbeit, sondern unsere eigene kurze Orientierung, aus den erhaltenen Seiten erschlossen. Wer es genau wissen will, liest die Quelle: die vier Nachlassbände.
Wie diese Liste zu lesen ist
Die Begriffe stehen nicht alphabetisch, sondern in der Reihenfolge, in der sie sich gegenseitig stützen: erst die Grundfrage, dann die beiden Richtungen des Denkens, dann die Schwelle, dann die Wörter aus Erkenntnistheorie und Pädagogik. Wer von oben nach unten liest, hat den Gedankengang einmal durchlaufen.